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DAS BLAUMÄNNLE
 
STADTMARKETING / Konzepte zur Innenstadt-Entwicklung von Studenten vorgestellt
Pop-up-Geschäfte als Chance
Weitere Ideen: Bächle und Spielgeräte - Umfrage benennt bekannte Probleme
Studenten empfehlen, mehr Anreize zum Bummeln im Blaubeurer Zentrum zu schaffen. Neben innovativen Ladenkonzepten könnten auch eine Fußgängerzone und digitale Medien gegen den Leerstand helfen.
THOMAS SPANHEL
Innovative Laden-Konzepte, neue Verkehrskonzepte und digitale Medien könnten bei einer Neubelebung der Blaubeurer Innenstadt helfen, meinen Studenten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Sie stellten am Dienstagabend in der Stadthalle ihre Konzepte vor, den Einzelhandel zu verbessern. 19 angehende Handelsexperten hatten sich unter Leitung von Professor Andreas Kaapke mit dem Thema befasst. Knapp 60 Zuhörer zeigten sich angetan von den Ideen der jungen Leute. Nach einer internen Vorauswahl kürten die Zuschauer am Ende ein Siegerteam für das beste Konzept, das mit einem Preisgeld von 1000 Euro belohnt wurde. Im Konzept des Siegerteams spielen Pop-up-Geschäfte eine wichtige Rolle. Diese Geschäfte bestehen manchmal nur einige Wochen, um schnell und erfolgreich Waren zu verkaufen. Sie nutzen ihr plötzliches Auftauchen, um ohne große Werbe- und Mietkosten vor allem dank Mundpropaganda und Leerständen profitabel zu sein. Zunächst müsse man kleine Start-ups ansprechen, um solche Läden in Blaubeuren einzuführen, sagte Joleen Harbecke aus dem Siegerteam. Junge Unternehmer, die mit skurrilen Ideen und genauer Kenntnis ihrer Zielgruppen besondere Textil-Geschäfte oder Deko-Bedarf anbieten, gebe es auch in anderen Städten. Mit der Zeit, wenn sich die Besucher-Frequenz dank solcher erster Pop-up-Läden in der Stadt erhöhe, werde es vielleicht sogar möglich, ähnliche Läden größerer Unternehmen wie Ritter-Sport anzuziehen. Natürlich sei es nicht einfach, Vermieter von solchen Läden zu überzeugen. Notfalls müsse die Stadt aber leerstehende Geschäfte selbst anmieten oder kaufen und dann günstig vermieten.
Sitzgelegenheiten
Außerdem schlug das Sieger-Team vor, kurzfristig eine Fußgängerzone in Blaubeuren einzurichten, um das Bummeln und die Außensitz-Bereiche der Cafés in der Karlstraße zu verbessern. Auch könne man Straßen und Läden beispielsweise unter dem Motto "blau" charakteristisch gestalten, den Busparkplatz verlegen oder einen digitalen Infopoint einrichten. Unterhaltsam moderiert von Andreas Kaapke, stellten auch zwei andere Studenten-Gruppen interessante Ideen vor. Mit einer "Blau-Card" könnten sich Blaubeurer Geschäfte vernetzen oder ihren Kunden Rabatte zukommen lassen. Die Straßen könnten attraktiver werden, wenn leerstehende Schaufenster mit Hilfe von Schülerprojekten aufgewertet werden, wenn Spielgeräte oder ein "Bächle" auf dem Kirchplatz als Kinder-Attraktion dienen und so Familien anziehen. Einheitliche Öffnungszeiten, eine bessere Beschilderung und ein Parkleitsystem sowie ein "Blaubeuren App" mit Informationen über Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen könnten das Erscheinungsbild der Innenstadt ebenfalls verbessern. Auch ein Tante-Emma-Laden-Konzept regten die Studierenden an: So genannte CAP-Märkte, in denen Menschen mit und ohne Behinderungen zusammenarbeiten, seien dafür prädestiniert. Die Studenten stützten sich bei ihren Konzepten auf die Befragung von mehr als 300 Passanten und 54 Geschäftsleuten in Blaubeuren. Sarah Selinka vom Zentrum für empirische Forschung stellte die für die Zuhörer wenig überraschenden Ergebnisse der Umfragen vor. Klar wurde, dass Geschäfte und Dienstleister in Blaubeuren vor allem für zielgerichtetes Einkaufen und weniger zur Freizeitgestaltung genutzt werden. Die Passanten bedauerten vor allem, dass keine oder kaum Drogerie- und Textil-Läden im Stadtzentrum zu finden sind. Auch das Parken sehen viele als Problem. "Wenn so viele Menschen verärgert sind, dann sollte man etwas verändern", kommentierte Kaapke und regte an, auf Parkplätzen, die nur bis zu einer halben Stunde genutzt werden können, ein Bezahlsystem einzuführen, das dieses erlaubte, das Auto auch mal länger stehen zu lassen: "Mit einer halben Stunde lässt sich nicht viel anfangen." Immerhin kam auch heraus, dass fast 80 Prozent der Händler, die sich beteiligten, "sehr zufrieden" oder "zufrieden" mit ihrer Situation in Blaubeuren sind. Fast 55 Prozent der Passanten besuchen das Stadtzentrum täglich oder mehrmals in der Woche. "Das zeigt: Da ist durchaus Frequenz vorhanden", resümierte Selinka. Ein Arbeitskreis des Blaubeurer Gemeinderats wird die studentischen Konzepte nun im gerade laufenden Prozess zur Weiterentwicklung der Innenstadt berücksichtigen.
 
Erscheinungsdatum: 23.06.2017, Copyright Das Blaumännle
 
 
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