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DAS BLAUMÄNNLE
 
WIRTSCHAFT / Am Dienstag berät der Gemeinderat ein grundlegendes Konzept zur Innenstadtentwicklung
Manpower und Geld gegen Probleme
Neuer Koordinator als Aktivposten - Dauerhafte Zusammenarbeit mit Dualer Hochschule
Mit einem Grundkonzept, mit professionellen Strukturen und mit beständigem Austausch zwischen Akteuren in der Stadt und außerhalb will die Stadtverwaltung Blaubeuren die Innenstadt voran bringen. Grundlage ist eine schonungslose Bestandsaufnahme.
THOMAS SPANHEL
Die Blaubeurer Stadtverwaltung hat ein umfassendes Maßnahmen-Paket für eine Stärkung der Innenstadt vorgelegt. Die Stadträte, die an dem Konzept ebenso wie viele Geschäftsleute und Bürger mitarbeiteten, werden nun in der Ratssitzung am kommenden Dienstag endgültig darüber beraten. Klar ist, dass gut zwei Jahre nach dem Start des Stadtentwicklungs-Prozesses jetzt ein Konzept vorliegt, das klare Strukturen schafft. Es werden verantwortliche Personen benannt und schon für die nächsten Monate konkrete Projekte in Aussicht gestellt. "Die Stadt legt sich voll in die Riemen", kommentiert Bürgermeister Jörg Seibold und verweist sowohl auf finanzielle als auch personelle Ressourcen, die zur Verfügung gestellt werden. Ein zentraler Punkt des Konzepts ist die neue Personalstelle eines "Innenstadt-Kümmerers". Inzwischen hat der Gemeinderat die Stelle mit Tilon Fahrner besetzt, der sich im vergangenen Jahr um die Organisation der Stadtjubiläums-Feierlichkeiten gekümmert hat. Fahrner soll sich aktiv um leerstehende Flächen in der Innenstadt kümmern. Mit ihm als Koordinator und Motivator will die Stadt Existenzgründer gezielt fördern, Anreizsysteme für Vermieter schaffen oder die Attraktivität von Wegen und Plätzen in der Innenstadt verbessern. Auch die Zusammenarbeit der Geschäftsbetreiber, gemeinsame Marketing-Aktionen und Veranstaltungen sollen mit Fahrner als Koordinator voran getrieben werden. Gleichzeitig ist geplant, wie bisher möglichst viele aktive Personen aus der Stadt mit ihren Ideen einzubinden. Ein eigener "Initiativkreis" wird sich regelmäßig treffen, um neue Ideen zur Stadtentwicklung zu bewerten. Weiterhin will die Stadt mit Dr. Peter Markert und seinem Marketing-Institut, der Imakomm-Akademie, sowie mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Stuttgart zusammenarbeiten. Die Stadt schafft eine studentische Stelle in Blaubeuren, in der neue Ideen aus der Wissenschaft aufgenommen und im städtischen Handel umgesetzt werden. "Es hat mich überrascht bei der Arbeit am Innenstadt-Konzept, dass Professor Andreas Kaapke gleich Lust hatte, auf Dauer bei der Entwicklung Blaubeurens mitzuarbeiten", berichtet Seibold. "Und dass auch die Studenten so Spaß dran hatten."
Fundierte Daten
Die Maßnahmen, die im städtischen Konzept vorgeschlagen werden, fußen auf einer soliden Daten-Analyse über den Zustand der Innenstadt. Die aufgelisteten Fakten sind zwar nicht neu, aber doch in dieser Bündelung und Zuspitzung aufschlussreich. Da wird natürlich darauf verwiesen, dass es "Belebungspotenzial" beim Wohnen und Defizite bei der Zahl der Läden in der Innenstadt gibt. Händler kümmerten sich zu wenig um bestimmte Zielgruppen etwa um Touristen oder Schüler, müssten sich um gemeinsame Öffnungszeiten und attraktive Schaufenstergestaltung bemühen, heißt es da. Bei der Analyse wird auch beschrieben, dass Blaubeuren durchaus Stärken in der Gastronomie, in der Kultur und bei Veranstaltungen hat. Das Problem sei allerdings, dass etwa das Potenzial des Blautopfs zu wenig genutzt werde, weil es in der Stadt kein passendes Marketing oder auch kaum Angebote für Kinder und Familien gebe. "Die Strahlkraft in unterschiedliche Zielgruppen und Altersgruppen ist gering", heißt es in dem von Imakomm ausgearbeiteten Gesamtkonzept. Blaubeuren habe großes Potenzial, aber ebenso ein Imageproblem, weil es eher nicht mit Attributen wie "modern" und "macht Spaß" verbunden wird. Ein "Mentalitätsproblem" werde sichtbar: Sparsamkeit, Neid und schlechte Stimmung. Die Investitionsbereitschaft sei gering, ebenso die Motivation: "Lethargie bei Akteuren zum Teil vorhanden", heißt es in dem Papier.
Gute Ideen beflügeln
Seibold haben die Analyse-Ergebnisse nicht überrascht. Höchstens Einzel-Aussagen von Händlern wie diese: "Touristen sind für mich keine Kunden." Dank der umfassenden Analyse und durch die Beteiligung so vieler Akteure habe man jetzt aber eine gute und breite Basis, um zusammen mit vielen engagierten Leuten die Weichen richtig zu stellen und "die Chancen zu nutzen, die Blaubeuren hat". Stadtkämmerer Jürgen Stoll, ein Motor des Projekts, bilanziert: "Der Prozess zur Stadtentwicklung hat sich super entwickelt." Die Ideen, die Motivation vieler Beteiligter "hat uns alle beflügelt".
 
Erscheinungsdatum: 19.01.2018, Copyright Das Blaumännle
 
 
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