Hier gelangen Sie zur Homepage der Stadt Blaubeuren swp.de
   



Lokales
Sport


Mitteilungen





 
 
DAS BLAUMÄNNLE
 
ERZIEHUNG / Blaubeurer Gemeinderat nimmt Blausteiner Angebot nicht an
Kindergarten-Geschenk abgelehnt
Neubau kommt kaum teurer - Seißen und der Hochsträß sollen eine Perspektive erhalten
Blaubeuren wird den in Blaustein ausgemusterten zweizügigen Kindergarten nicht übernehmen. Allerdings soll zügig über neue Kindergarten-Gebäude in Seißen und auf dem Hochsträß entschieden werden, beschloss der Gemeinderat.
THOMAS SPANHEL
Das Angebot klang verlockend: Die Stadt Blaustein schenkt Blaubeuren einen zweizügigen Kindergarten, der noch gut in Schuss ist. Trotzdem hat der Gemeinderat nach intensiver Beschäftigung jetzt das Geschenk mit großer Mehrheit abgelehnt. Hauptgrund ist, dass der Kauf eines vergleichbaren neuen Kindergartens aus 25 Modulen nur um 35 000 Euro teurer käme. Architektin Christina Högerl, die von der Stadtverwaltung als Beraterin hinzugezogen wurde, listete dem Gemeinderat neben den Kosten detailliert andere Vor- und Nachteile des 400 Quadratmeter großen Kindergartens aus Blaustein auf. Zu den Vorteilen gehöre unter anderem, dass sich die Stadt Zeit und Nebenkosten spare, wenn sie den Kindergarten aus Blaustein übernehme. Allerdings gebe es auch Nachteile. Man wisse nicht, ob vielleicht noch unbekannte Schäden an dem Gebäude entdeckt werden oder Schäden beim Transport, der nötigen Zwischenlagerung oder dem Wiederaufbau entstehen. Bei den Kosten würde vor allem die energetische Verbesserung der einzelnen Module zu Buche schlagen. Die Dämmung sei im Jahr 2003 gut gewesen, heute entspreche sie aber nicht mehr den Vorgaben und müsse verbessert werden. Gleichzeitig bestehe die Gefahr beim Wiederaufbau der Module, dass sich Kondenswasser bildet - ein schwer kalkulierbares teures Risiko, meinte Stadtbaumeister Dr. Martin Schenk. Am eindrücklichsten war für die Stadträte der direkte Kosten-Vergleich unter Berücksichtigung möglicher Zuschüsse, den Högerl vorlegte: Die Kosten für den Wiederaufbau des besser gedämmten Blausteiner Kindergartens in Blaubeuren würde demnach auf gut 663 000 Euro kommen, der Kauf eines entsprechenden neuen Kindergartengebäudes der Blaubeurer Firma Heinkel aber auch nur auf 689 000 Euro.
Orte für schnelle Lösung
Die geringe Preis-Differenz bewirkte am Ende, dass nur Ursula Sigloch und Hans Jörg Kuhn von der SPD gegen den Vorschlag der Stadtverwaltung stimmten, das Blausteiner Kindergarten abzulehnen. "Wenn nicht jetzt, wann dann? Mir ist der Spatz in der Hand lieber als die Taube auf dem Dach", argumentierte Sigloch. Beide Stadträte verwiesen darauf, dass es wohl noch drei bis fünf Jahre dauern werde, bis man zu einem Kindergarten-Neubau komme, wenn die Stadt das Angebot jetzt ablehne. Unterstützung erhielten die beiden von den Ortsvorstehern Barbara Rüd (Seißen) und Hermann Zeller (Pappelau): In ihren Orten gebe es schon jetzt Bedarf an Ganztagesbetreuung. Das werde sich im Zuge der Bebauung von Neubaugebieten noch verstärken. In Pappelau könne man sich den geplanten 170 000 Euro teuren Umbau des Kindergartens sparen, wenn man schon gleich einen neuen Kindergarten bekomme. Die übrigen SPD-Stadträte und die anderen Fraktionen stellten den geringen Unterschied beim Aufstellen eines gebrauchten und eines neuen Kindergartens und "schwer kalkulierbare Risiken" heraus, als sie das Blausteiner Geschenk ablehnten. Erich Straub von den Freien Wählern gab zu bedenken: "Eine Garantie für die alten Module hätten wir nicht bekommen."
Bald neue Debatte
Er stellte den Antrag, dass möglichst bald darüber entschieden wird, wie es mit der Kindergarten-Entwicklung auf dem Hochsträß weitergeht. "Die beschlossene Sanierung des Kindergartens in Pappelau möchte ich deshalb so nicht mehr." Ähnlich sah das Hubert Bold (CDU): "Wir müssen jetzt an der Sache dranbleiben. Spätestens 2018 oder 2019 müssen wir handeln." Bürgermeister Jörg Seibold betonte, wie verlockend das Kindergarten-Angebot sei. "Es ist wichtig, trotzdem einen kühlen Kopf zu bewahren und genau Vor- und Nachteile abzuwägen." Die Stadt brauche sich in Sachen Kinderbetreuung nichts vorzuwerfen, in diesem Bereich sei in den vergangenen Jahren sehr viel Geld investiert worden. Die Beschäftigung mit dem Thema habe allerdings gezeigt, dass sich die Situation der Kinderbetreuung auf dem Hochsträß und in Seißen neu bewertet werden müsse. "Die Debatte war nicht umsonst." Man habe jetzt Zeit, den Bau neuer Kindergärten auf dem Hochsträß und in Seißen vor dem Hintergrund der gesamten Haushaltslage sehen und mit mehr Ruhe zu diskutieren. Seibold sagte zu, noch vor der Sommerpause das Thema wieder auf die Tagesordnung zu nehmen, damit eventuell schon im Herbst nötiges Geld für einen Neubau bereit gestellt werden kann.
 
Erscheinungsdatum: 24.03.2017, Copyright Das Blaumännle
 
 
    nach oben  
 
 
Content-Partner von www.swp.de