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DAS BLAUMÄNNLE
 
GESCHICHTE / Besucherzahl im Urgeschichtlichen Museum auf Rekordwert
Jurameer in bunter Wolle
Über 20 Frauen bereiten die neue Sonderausstellung über die Geologie der Region vor
Rund 45 000 Besucher haben 2016 das Urgeschichtliche Museum besucht. Ein Rekordwert. Das liegt auch an Sonderausstellungen. Die nächste über Fossilien und versteinerte Korallen wird gerade auch von strickenden Frauen vorbereitet.
THOMAS SPANHEL
Die Besucherzahl im Urgeschichtlichen Museum ist nach oben geschnellt: Mit 45 000 Besuchern kamen rund die Hälfte mehr Besucher als noch ein Jahr zuvor. "Wir sind sehr zufrieden", kommentiert Museumsdirektorin Dr. Stefanie Kölbl. Erfreulich sei insbesondere, dass die Zahl der Erwachsenengruppen stark zugenommen habe, die sich ausdrücklich für die Eiszeitkunst interessieren. Für Kinder habe sich die regelmäßig veranstaltete Steinzeitwerkstatt als "Renner" etabliert. Der neu angebotene Blautopf-Höhlenfilm erhöhte ebenso die Attraktivität des Museums, meint Kölbl. Ebenso wie die Sonderausstellung "Speer kaputt". Es sei gut angekommen, dass die Besucher dabei hätten selbst aktiv werden können. Grundsätzlich sind die Sonderausstellungen wichtig, um Besucher neu fürs Museum zu interessieren, sagt Kölbl. Daher ist auch die neue Sonderausstellung, die am 1. April öffnet, längst in Vorbereitung. Regelmäßig trifft sich ein Kreis von Frauen dafür, um zu stricken, zu häkeln oder zu filzen. Thema ist die Geologie der Region und vor allem das vor 150 Millionen Jahren hier alles überflutende Jurameer. Damals sind die markanten Felsnasen entstanden oder die Kalkschichten, die von der Industrie genutzt werden. "Auf dem Hochsträss gibt es ein Korallenband im Juragestein", berichtet Kölbl. Von dort kommen einige der künftig ausgestellten Fossilien, Seelilien und Ammoniten, die das Museum in der Ausstellung "Als die Steine noch lebten. . ." zeigen wird. Andere Exponate stammen beispielsweise aus dem Jura-Museum in Eichstätt - so ein hervorragend erhaltener versteinerter Fisch, an dem sogar die Haut noch zu erkennen ist. An Korallen, Schwämmen oder Anemonen, den unterschiedlichsten Lebensformen die man auf einem Korallenriff findet, arbeiten gegenwärtig über 20 Frauen aus Blaubeuren bei regelmäßigen Treffs im Museum: Für die neue Ausstellung bereiten sie ein Jurameer aus bunter Wolle vor. Die Besucher sollen einen nachhaltigen Eindruck vom vielfältigen und farbenfrohen Leben auf den Korallenriffs in unserer Region früher erhalten. Monika Zeifang strickte beispielsweise rund neun Stunden an einer Koralle, Andrea Lonhard filzte rund acht Stunden, um einen Röhrenschwamm möglichst authentisch nachzubilden. "Da arbeiten Könner", freut sich Kölbl, die selbst leidenschaftlich gern und viel strickt. Selbständig und begeistert entwickelten die Frauen Ideen, welche Lebewesen und Lebensformen nachgebildet werden müssen, und wie das mit Hilfe von Wolle, Stoff oder Garn zu verwirklichen sei. Firmen hatten ihnen kostenlos 22 Kilo Wolle zur Verfügung gestellt. Von der Lampe in der Pfründnerstube des Museums hängen Quallen, Röhrenschwämme wachsen nach oben, filigrane Seelilien, Jakobsmuscheln oder Schlitzbandschnecken bevölkern den Tisch. Noch gibt es einiges zu tun, bis das bunte Korallenriff aus Wolle für die Eröffnung fertig ist. Auch das Museumsfest am 21. Mai dreht sich um die heimische Geologie. Das Museum bietet außerdem rund um dieses Thema geologische Ausflüge, Vorträge, Führungen und Mitmach-Aktionen an.
 
Erscheinungsdatum: 13.01.2017, Copyright Das Blaumännle
 
 
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